Candida albicans bedroht immungeschwächte Personen

Der einzellige Hefepilz Candida albicans ist einer wichtigsten human-pathogenen Pilze. Er kann Schleimhautoberflächen im Mund, Speiseröhre oder Vagina infizieren. Bei Menschen, deren Immunabwehr stark beeinträchtigt ist, etwa in Folge einer Chemotherapie, einer Organtransplantation oder einer HIV-Infektion können Candida-Keime jedoch auch in das Blut und die Gefäße gelangen und damit für den Patienten hochgefährlich werden. Von diesen lebensbedrohlichen invasiven Candida-Infektionen sind in Deutschland jedes Jahr etwa 40.000 Menschen betroffen. Bei den Krankenhausinfektionen steht der Hefepilz inzwischen auf Platz 4 der Liste der gefährlichsten Erreger.

Die Bekämpfung von Candida ist dadurch erschwert, dass es sich dabei um einen besonders flexiblen Mikroorganismus handelt, der ständig seine Gestalt ändert. Er wechselt dabei von einer kleinen, kugeligen Zellform, dem Hefe-Typ, zu langen, mehrzelligen Fäden, der Hyphenform. Es wurde berichtet, dass sich der Erreger regelrecht vor dem Immunsystem verstecken kann. Dazu bindet er sowohl in der Kugel- als auch in der Hyphenform auf seiner Oberfläche Eiweiße der Immunabwehr, die ihn als eine körpereigene Oberfläche tarnen, so dass er von der Abwehr nicht erkannt wird.

Das Hans-Knöll-Institut in Jena beschäftigt sich intensiv mit pilzbedingten Erkrankungen. Mehr Infos unter http://www.hki-jena.de

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